Liebe Freund*innen der Karl Marx Buchhandlung,
wir laden euch herzlich zur Buchpräsentation von »Radikale Demokratie und die Macht des Affektiven« von Dominik Herold ein. Im Gespräch mit Katharina Hoppe und Ivo Eichhorn stellt der Autor sein im Campus Verlag erschienenes Buch vor.
Autoritäre und faschistische Kräfte bedrohen demokratische Ordnungen weltweit. Dabei gelingt es ihnen in besonderem Maße, Affekte strategisch für ihre politischen Zwecke zu mobilisieren und dauerhaft zu bewirtschaften. Der Kampf um die Demokratie ist deshalb, so die These, ein Kampf, der mit Affekten um Affekte geführt wird.
In seinem Buch zeigt Dominik Herold, dass Affekte weder als bloß irrationale und individuelle Regungen noch als grundsätzlich gute oder schlechte Kräfte verstanden werden können. Sie sind vielmehr politisch wirksam: Sie verbinden Menschen auf spezifisch Weise, strukturieren Wahrnehmungen und Zugehörigkeiten, konstituieren Körpergefüge. Auf diese Weise können sie, wie am Beispiel von Scham und Wut erklärt wird, sowohl zur Stabilisierung von Herrschaft als auch zu ihrer Infragestellung beitragen.
Der Kampf gegen die Faschisierung und für eine radikale Form der Demokratie erfordert daher ein genaueres Verständnis der affektiven Dimension des Politischen. Demokratie lässt sich nicht allein als Institutionenordnung oder Verfahren begreifen, sondern muss als körperlich-relationale Lebensform verstanden werden, die auf leidenschaftlichen Verhaftungen und psychopolitischen Prozesse beruht. Diese Lebensform ist aber nicht eine unter anderem: hier stehen die Subjekte (oder Körper) in einem spezifischen Verhältnis zueinander, »in der sie sich anders oder besser als in autoritären Konstellationen ihrer Handlungsmacht, agency oder Vitalität versichern können.«
Was folgt daraus für die politische Praxis? Welche Affektpolitiken und Körperökonomien sind momentan am Werk? Und wie lassen sich darin Ressourcen für eine radikaldemokratische Zukunft und die Vorstellung einer affektiven Demokratie finden? Über diese Fragen diskutieren Katharina Hoppe und Ivo Eichhorn mit Dominik Herold.
Dominik Herold ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Centre for Social Critique. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich zeitgenössischer kritischer Theorien, der kritischen Phänomenologie sowie der Psychoanalyse. Insbesondere interessiert er sich für sozialphilosophische Phänomene affektiver Verhaftung (Melancholie, Heimsuchung, grausamer Optimismus etc.) und deren Ökonomisierung durch politische Kräfte.
Katharina Hoppe ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie, Arbeitsbereich »Soziale Ungleichheit« der Goethe-Universität Frankfurt. Sie forscht zu Fragen der feministischen und politischen Theorie, der Sozialtheorie sowie der feministischen Wissenschaftskritik.
Ivo Eichhorn ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur für Sozialphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er arbeitet zur Politik der Gegenwart und der frühen Neuzeit, Ideologietheorie, kritischen Rassismustheorie, (Post-)Marxismus, Demokratietheorie, Ästhetik und Anthropologie.
Am Dienstag, den 3. November 2026, 20.00 Uhr findet die Buchpräsentation mit anschließendem Gespräch in der Karl Marx Buchhandlung, Jordanstraße 11, 60486 Frankfurt am Main statt.
Der Eintritt ist — wie immer — frei.
