Lieblingsbücher des Sommers

Matt Ruff “Lovecraft Country”
Richard Fariña “Been down so long it looks like up to me”
Michael Hardt & Antonio Negri “Assembly”
Piotr Socha & Wojciech Grajkowski “Bäume”
Markus Metz & Georg Seeßlen “Der Rechtsruck”

[10.09.2018 – 19:30 Uhr] Lesung mit Saskia Hennig von Lange “Hier beginnt der Wald”

Der Namenlose dieser Erzählung ist unterwegs, er erledigt einen Job: Er soll einen Lastwagen voll Umzugsgut in eine andere Stadt bringen. Doch was harmlos beginnt, entwickelt sich bald zu einer abenteuerlichen Flucht: vor sich selbst und seinen Kindheitserinnerungen, aber vor allem vor seiner Frau und ihrem gemeinsamen, ungeborenen Kind. Nach einem Unfall verkriecht er sich im Wald. Hier kommt es zu einer Begegnung, die ihn herausfordert und mit sich selbst konfrontiert.

Saskia Hennig von Lange versteht es, Geschichten zu erzählen, die man nicht glauben will, aber glauben muss, weil sie ihren Figuren so eindringlich und unwiderlegbar ins Abseits folgt, dass man an deren Seite bleibt.

 

© Stefan Freund

Saskia Hennig von Lange geboren 1976, lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Frankfurt. Sie studierte Angewandte Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte. Für ihre Novelle »Alles, was draußen ist« (2013) erhielt sie den Wortspiele Literaturpreis und den Rauriser Literaturpreis. Für ihren Debüt-Roman »Zurück zum Feuer« (2014) wurde ihr der Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg und der Georg-Konell- Preis zugesprochen.

[24.5.2018 – 19:30 Uhr] “Schafft ein, zwei, drei, viele ’68” – Eine Veranstaltung mit Freia Anders, Rolf Engelke und Gottfried Oy

Die weltweiten Revolten Ende der 1960er Jahre haben ihre Spuren hinterlassen, und sei es in Form uneingelöster Versprechen. Nicht zuletzt wird dieser Epoche oft bescheinigt, dass sie politisch „überinterpretiert“ sei. Das fünfzigste Jubiläumsjahr bietet erneut viele Anlässe, Bilanz zu ziehen. Der zeitliche Abstand bringt es mit sich, dass dabei weniger die Auseinandersetzungen der damaligen Zeit im Mittelpunkt stehen, sondern am politischen Tagesbedarf geschulte Interpretationen: Von einer notwendigen Zivilisierung der Bundesrepublik bis zum vermeintlichen Sittenverfall stehen je nach politischer Couleur Diskurselemente zur Verfügung, die oft wiederholt und beliebig eingesetzt werden.

Dem entgegen bietet sich eine Auseinandersetzung mit den politischen Verhältnissen der 1960er Jahre an. Drei Kernthemen der „68er“, nicht zuletzt hier in Frankfurt am Main, spielen dabei eine zentrale Rolle: Der Protest gegen den Vietnamkrieg, die drohende Verabschiedung der Notstandsgesetze und die Anti-Springer Kampagne. Die Veranstaltung widmet sich diesen drei großen Kampagnen der „68er“ und fragt danach, wie sie die Linke geprägt haben und was davon heute noch unser Verständnis von emanzipativer Politik und Befreiung prägt.