[26. März] Lukas Rietz­schel: Raum­fah­rer

Lukas Rietz­schel erzählt über das Leben und Erin­nern im als Pro­vinz ver­schrie­nen Osten Deutsch­lands. Sei­ne Geschich­ten beschrei­ben die Rea­li­tät einer Gesell­schaft, die wie Raumfahrer*innen zwi­schen Gegen­wart und Ver­gan­gen­heit schwe­ben. Bio­gra­phien, die zwi­schen DDR und Treu­hand auf­ge­rie­ben wer­den, suchen nach der eige­nen Erin­ne­rung und einem Begriff von Zukunft.

“Mut­ter, Vater. Für Jan waren sie Raum­fah­rer. Schweb­ten in einer Zwi­schen­welt, ihrem Aus­gangs­punkt ent­ris­sen. Wäh­rend sie schweb­ten, hat­te sich die Welt schon ein Dut­zend Mal wei­ter­ge­dreht. Sie sahen dabei zu, streck­ten die Hän­de aus. Ver­such­ten, vor- oder zurück­zu­kom­men. Hoch, run­ter. Aber wo sie sich befan­den, gab es kei­ne die­ser Rich­tun­gen im Raum. Und Jan stand auf der Erde und rich­te­te sein Fern­glas auf sie.”

Am Diens­tag, den 26. März 2024, 20:00 Uhr fin­det die Lesung mit Gespräch mit Lukas Rietz­schel in der Karl Marx Buch­hand­lung, Jor­dan­stra­ße 11, 60486 Frank­furt am Main statt. Die Mode­ra­ti­on des Abends über­nimmt Jonas Haug.

Die Ver­an­stal­tung ist Teil der Rei­he Träu­men und Fürch­ten. Nar­ra­ti­ve der DDR und Ost­deutsch­lands von Dia­spora­Ost.

Der Ein­tritt ist — wie immer — frei.

[30. Janu­ar] Gefähr­li­che Abs­trak­tio­nen

Gegen Regie­ren und Kri­mi­na­li­sie­ren mit Bernd Beli­na und Tobi­as Sin­geln­stein

Lie­be Freund*innen der Karl Marx Buch­hand­lung,

wir haben einen Nach­hol­ter­min gefun­den und laden euch erneut herz­lich am 30. Janu­ar 2024, um 20:00 Uhr zur Buch­prä­sen­ta­ti­on von “Gefähr­li­che Abs­trak­tio­nen. Regie­ren mit­tels Kri­mi­na­li­sie­rung und Raum” von Bernd Beli­na im Gespräch mit Tobi­as Sin­geln­stein ein.

Gesell­schaft­li­che Ver­hält­nis­se wer­den mit­tels Raum­pro­duk­tio­nen eben­so wie mit­tels Kri­mi­na­li­sie­run­gen orga­ni­siert und regiert. Bei­de Stra­te­gien basie­ren auf inter­es­sen­ge­lei­te­ten und fol­gen­rei­chen Abs­trak­tio­nen. Wo sie zusam­men­kom­men, wer­den im Namen der Sicher­heit ver­meint­lich gefähr­li­che Räu­me pro­du­ziert, um mar­gi­na­li­sier­te Grup­pen zu kon­trol­lie­ren und zu schi­ka­nie­ren, um Gen­tri­fi­zie­rung vor­zu­be­rei­ten, Moral­pa­ni­ken zu ent­fa­chen und Gesell­schaf­ten zu regie­ren.

In “Gefähr­li­che Abs­trak­tio­nen” hat Bernd Beli­na Bei­trä­ge von 2005 bis heu­te zusam­men­ge­stellt und um eine umfang­rei­che Ein­lei­tung ergänzt. Er the­ma­ti­siert mit Fokus auf Deutsch­land und die USA räum­li­che Aspek­te des (Polizei-)Rechts (Gefah­ren­or­te, Auf­ent­halts­ver­bo­te, Anti-Loi­te­ring Laws), Ideo­lo­gien (Zero Tole­rance, Bro­ken Win­dows, öffent­li­cher Raum) und Tech­no­lo­gien (Kri­mi­na­li­täts­kar­tie­rung, Video­über­wa­chung, Pre­dic­ti­ve Poli­cing) sowie deren Resul­ta­te (Racial Pro­fil­ing, Ver­trei­bung, Ver­si­cher­heit­li­chung). Die Bei­trä­ge ver­bin­den Radi­cal Geo­gra­phy und Kri­ti­sche Kri­mi­no­lo­gie mit Zeit­dia­gno­sen und kri­ti­schen Inter­ven­tio­nen.

Tobi­as Sin­geln­stein ist Pro­fes­sor für Kri­mi­no­lo­gie und Straf­recht an der Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt und u.a. Co-Autor von “Gewalt im Amt. Über­mä­ßi­ge poli­zei­li­che Gewalt­an­wen­dung und ihre Auf­ar­bei­tung” (2023 mit Lai­la Abdul-Rah­man, Han­nah Espín Grau und Lui­se Klaus) und “Die Poli­zei. Hel­fer, Geg­ner, Staats­ge­walt. Inspek­ti­on einer mäch­ti­gen Orga­ni­sa­ti­on” (2022 mit Ben­ja­min Derin) sowie Mit­her­aus­ge­ber von “Ras­sis­mus in der Poli­zei. Eine wis­sen­schaft­li­che Bestands­auf­nah­me” (2022 mit Danie­la Hunold).

Im Fokus des Gesprächs steht die Fra­ge, wo wir in Bezug auf das sozi­al selek­ti­ve Regie­ren mit­tels Kri­mi­na­li­sie­run­gen hier­zu­lan­de aktu­ell ste­hen und was dage­gen zu tun ist. Wir freu­en uns, dass wir die­se wich­ti­gen Fra­gen von Geo­gra­phie, Gesell­schaft und Recht bei uns mit einem all­ge­mei­nen Publi­kum dis­ku­tie­ren kön­nen.

Der Ein­tritt ist – wie immer – frei.

Die Ver­an­stal­tung beginnt am 30.01.2024, um 20:00 Uhr bei uns in der Karl Marx Buch­hand­lung in Frankfurt/Bockenheim, Jor­dan­stra­ße 11.

Bis dann,
Eure Karl Marx Buch­hand­lung