Zum Aus­schluss drei­er Buch­hand­lun­gen vom Buch­hand­lungs­preis 2025

Die Frank­fur­ter Buch­hand­lun­gen Autoren­buch­hand­lung Marx & Co, Karl Marx Buch­handlung und Land in Sicht Buch­la­den ver­ur­tei­len den Aus­schluss drei­er Buch­hand­lun­gen vom aktu­el­len Buch­hand­lungs­preis und kri­ti­sie­ren das Ver­hal­ten von Kul­tur­staats­mi­nis­ter Wei­mer.

Als Buch­hand­lun­gen haben wir es uns zum Ziel gesetzt, mit unse­rem Pro­gramm und unse­ren Ver­an­stal­tun­gen das kul­tu­rel­le Ange­bot in Frank­furt am Main zu berei­chern und für neue Per­spek­ti­ven zu öff­nen. Wir wol­len Lite­ra­tur und Wis­sen­schaft in all ihren Facet­ten für jede Per­son zugäng­lich machen. Dafür ist Hal­tung nötig, auch und in vie­len Fäl­len sogar beson­ders eine poli­ti­sche. Wir alle haben uns sehr dar­über gefreut, die­ses Jahr mit dem Buch­hand­lungs­preis aus­ge­zeich­net wor­den zu sein. Die­ser Aus­druck der Wert­schät­zung und das damit ver­bun­de­ne Preis­geld wird von uns, wie von den aller­meis­ten unab­hän­gi­gen Buch­hand­lun­gen, benö­tigt und genutzt, um gera­de die­ses Ange­bot zu wah­ren, um Zugän­ge zu ermög­li­chen und gera­de klei­ne Ver­la­ge und ihr viel­fäl­ti­ges Pro­gramm dem Publi­kum prä­sen­tie­ren zu kön­nen.

Umso irri­tier­ter sind wir, dass die­ser Buch­hand­lungs­preis drei Buch­hand­lun­gen, die die­se Hal­tung tei­len, denen wir in ihrer poli­ti­schen und inhalt­li­chen Aus­rich­tung nahe­ste­hen, die wie unse­re Läden als Kol­lek­ti­ve geführt wer­den, nun aberkannt wird. Wir for­dern mit Nach­druck, dass die bei­spiel­lo­se Ent­schei­dung von einem unab­hän­gi­gen Preis­ver­ga­be­ver­fah­ren nach­träg­lich aus­zu­schlie­ßen, rück­gän­gig gemacht wird und dass die Vor­gän­ge die zu die­ser Ent­schei­dung geführt haben rest­los auf­ge­klärt wer­den. Und wir sind bereit unse­re betrof­fe­nen Kolleg*innen in jed­we­der Hin­sicht zu unter­stüt­zen.

Unse­re Kri­tik gilt dem Kul­tur­staats­mi­nis­ter Wolf­ram Wei­mer. Nicht nur weil er dem Votum der unab­hän­gi­gen Jury in einer intrans­pa­ren­ten Wei­se wider­spricht, son­dern vor­al­lem weil er die­sen Preis für ein unge­heu­res poli­ti­sches Manö­ver nutzt. Er macht deut­lich, dass die Kri­te­ri­en des Buch­hand­lungs­prei­ses nur sekun­där zu sein schei­nen, dass die Durch­set­zung einer poli­ti­schen Linie über­wiegt. Für die Durch­set­zung die­ser poli­ti­schen Linie greift er sogar auf den Ver­fas­sung­schutz zurück. Damit stellt er unab­hän­gi­ge Buch­hand­lun­gen unter einen Gene­ral­ver­dacht, der sie in ihrem Enga­ge­ment ver­un­si­chern soll und die­ses Enga­ge­ment auf lan­ge Sicht ver­un­mög­li­chen wird.

In Zei­ten eines gesell­schaft­li­chen Rechts­rucks Buch­hand­lun­gen unter Beschuss zu neh­men, die sich mit ihrem Sor­ti­ment, ihren Ver­an­stal­tun­gen und ihrer schie­ren Prä­senz anti­de­mo­kra­ti­schen Kräf­ten in den Weg stel­len, kann nicht anders ver­stan­den wer­den als eine Unter­stüt­zung eines rech­ten Kul­tur­kamp­fes. Die Ent­schei­dung des Minis­ters zeigt mit wel­chen Her­aus­for­de­run­gen wir uns als unab­hän­gi­ger Buch­han­del und in der Lite­ra­tur­land­schaft heu­te aus­ein­an­der­set­zen müs­sen.

Wir wer­den mit unse­ren Buch­hand­lun­gen wei­ter für einen soli­da­ri­schen und poli­tisch enga­gier­ten Buch­han­del ein­ste­hen und uns mit unse­rer täg­li­chen Arbeit dafür ein­set­zen.

Autoren­buch­hand­lung Marx & Co
Karl Marx Buch­handlung
Land in Sicht Buch­la­den