[31.1.2018 — 19:30 Uhr] Leu­te machen Klei­der — Buch­vor­stel­lung und Dis­kus­si­on mit Imke Mül­ler-Hell­mann

Wer sind die Men­schen, die unse­re Klei­der her­stel­len? Wie leben sie? Imke Mül­ler-Hell­mann packt ihre Lieb­lings­klei­dungs­stü­cke ein und fährt los: Ban­gla­desch, Viet­nam, Por­tu­gal, Thü­rin­gen, Chi­na. Sie reist durch eine welt­weit ver­netz­te, gigan­ti­sche Indus­trie, in der, zumal in den Län­dern des Glo­ba­len Südens, häu­fig sozia­le und öko­lo­gi­sche Miss­stän­de herr­schen. Sie erhält Ein­bli­cke, die über­ra­schen, und erlebt Situa­tio­nen, die nahe gehen. Sie doku­men­tiert, was ihr wider­fährt, und schreibt auf, was die Men­schen ihr aus ihren Leben erzäh­len.

Imke Mül­ler-Hell­mann, gebo­ren 1975, arbei­tet als Job­coach für Men­schen mit Behin­de­rung und schreibt Erzäh­lun­gen und lite­ra­ri­sche Sach­bü­cher. Ihre Kurz­ge­schich­ten wur­den mit Prei­sen und Sti­pen­di­en aus­ge­zeich­net, 2014 erschien das Buch Ver­schwun­den in Deutsch­land – Lebens­ge­schich­ten von KZ-Opfern – Auf Spu­ren­su­che durch Euro­pa. Für Leu­te machen Klei­der war sie Sti­pen­dia­tin des Grenz­gän­ger-Pro­gramms der Robert-Bosch-Stif­tung und des Lite­ra­ri­schen Col­lo­qui­ums Ber­lin. Die Autorin lebt in Bre­men.

Die­se Ver­an­stal­tung wird prä­sen­tiert vom AK Kri­ti­sche Geo­gra­phie Frank­furt am Main:

 

 

[18.1.2018 — 20 Uhr] Buch­vor­stel­lung: Wohn­raum für alle?! Per­spek­ti­ven auf Pla­nung, Poli­tik und Archi­tek­tur

Seit Jah­ren stei­gen Mie­ten und Woh­nungs­prei­se vor allem in wach­sen­den Städ­ten und Regio­nen Deutsch­lands. Güns­ti­ger Wohn­raum ist zuneh­mend knapp und gera­de unte­re und mitt­le­re Ein­kom­mens­grup­pen sind von hohen Wohn­kos­ten belas­tet. Vor die­sem Hin­ter­grund erör­tern drei Autor/innen des Sam­mel­ban­des (Bernd Beli­na, Susan­ne Heeg und Sebas­ti­an Schip­per) die Grün­de für die Wie­der­kehr der Woh­nungs­fra­ge und erkun­den Stra­te­gien, mit denen bezahl­ba­rer Wohn­raum für alle geschaf­fen wer­den kann.

Bernd Beli­na ist Pro­fes­sor für Human­geo­gra­phie an der Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt am Main. Sei­ne For­schungs­schwer­punk­te sind der his­to­risch-geo­gra­phi­sche Mate­ria­lis­mus, Stadt­geo­gra­phie, Poli­ti­sche Geo­gra­phie und Kri­ti­sche Kri­mi­no­lo­gie.

Susan­ne Heeg ist Pro­fes­so­rin für Human­geo­gra­phie an der Goe­the-Uni­ver­si­tät in Frank­furt am Main. Ihre For­schungs­schwer­punk­te sind Stadt­öko­no­mie und Stadt­pla­nung.

Sebas­ti­an Schip­per ist wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter am Insti­tut für Human­geo­gra­phie an der Goe­the-Uni­ver­si­tät in Frank­furt am Main. Sei­ne For­schungs­schwer­punk­te sind Stadt­po­li­tik, Poli­ti­sche Öko­no­mie des Woh­nens, Gen­tri­fi­zie­rung und städ­ti­sche sozia­le Bewe­gun­gen.

Der Ein­tritt ist — wie immer — frei. Wir freu­en uns auf Euch und die­sen Abend.

[3.7.2017 — 20 Uhr] Kirs­ten Ach­te­lik “Selbst­be­stimm­te Norm. Femi­nis­mus, Prä­na­tal­dia­gnos­tik, Abtrei­bung” — Buch­vor­stel­lung und Dis­kus­si­on

Selbst­be­stim­mung ist eine der zen­tra­len For­de­run­gen sozia­ler Bewe­gun­gen im Anschluss an die Revol­ten der 1960er Jah­re gewe­sen. Ins­be­son­de­re die Frau­en­be­we­gung und – all­zu oft ver­ges­sen – die Behin­der­ten­be­we­gung haben sich an der Aus­ge­stal­tung die­ser For­de­rung abge­ar­bei­tet. Selbst­be­stim­mung über die eige­nen repro­duk­ti­ven Mög­lich­kei­ten aus femi­nis­ti­scher Sicht und Selbst­be­stim­mung über ein Leben mit Behin­de­rung kön­nen jedoch in Wider­spruch zuein­an­der tre­ten.
Kirs­ten Ach­te­lik nimmt in ihrem Buch „Selbst­be­stimm­te Norm. Femi­nis­mus, Prä­na­tal­dia­gnos­tik, Abtrei­bung“ die his­to­ri­sche Pha­se nach Been­di­gung der mör­de­ri­schen Euge­nik im Natio­nal­so­zia­lis­mus in den Blick. In der Bun­des­re­pu­blik wur­den zuneh­mend moder­ni­sier­te und indi­vi­dua­li­sier­te Argu­men­te zur Begün­dung von selek­ti­ver Prä­na­tal­dia­gnos­tik ver­wen­det – Selbst­be­stim­mung, Eigen­ver­ant­wor­tung und die Ver­hin­de­rung von Leid. Die ver­meint­lich freie, indi­vi­du­el­le Ent­schei­dung führt in Kom­bi­na­ti­on mit gesell­schaft­li­cher Behin­der­ten­feind­lich­keit (Ableism) zu der immer glei­chen Ent­schei­dung: Etwa neun von zehn Frau­en ent­schei­den sich heu­te bei der Dia­gno­se „Tri­so­mie 21“ zum Schwan­ger­schafts­ab­bruch.
Ach­te­lik setzt der selek­ti­ven prä­na­ta­len Suche nach Behin­de­rung eine „Selbst­be­stim­mung ohne Selek­ti­on“ ent­ge­gen. Wie die­se aus­se­hen kann und wel­che Fall­stri­cke die­se Debat­te ent­hält, dar­über dis­ku­tie­ren wir mit der Autorin anläss­lich ihrer Buch­vor­stel­lung.

Kirs­ten Ach­te­lik ist Diplom-Sozi­al­wis­sen­schaft­le­rin und lebt als freie Jour­na­lis­tin und Autorin in Ber­lin. Sie ist poli­tisch an den Schnitt­stel­len der femi­nis­ti­schen, anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen und Behin­der­ten­be­we­gung aktiv.